LOVE-Storm Grundlagen

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2.3 Angreifenden gewaltfrei Grenzen setzen

Menschen, die Andere im Netz angreifen und entwerten, wollen wir klare Grenzen aufzeigen. Dies wollen wir gewaltfrei tun. Das bedeutet, dass wir die Menschenwürde der Person achten und nicht die Person an sich angreifen, sondern ihre Positionen kritisieren.

Hass im Netz zu verbreiten hat für die Angreifenden in der Regel weniger Konsequenzen als es dies außerhalb des Netzes haben würde. Damit Angreifende mit ihrem Verhalten aufhören, ist es notwendig, dass sie klare Reaktionen und Rückmeldungen erhalten. Dies kann zum Beispiel geschehen, indem ihre menschenfeindlichen Haltungen als solche benannt werden, Diskussionsregeln eingefordert werden oder ihre Positionen hinterfragt werden. Es ist unwahrscheinlich, eine Person innerhalb einer Interaktion zum Umdenken zu bewegen. Möglicherweise gelingt es aber, die Person ins Nachdenken zu bringen. Selbst wenn es bei den Angreifenden kein sichtbares Innehalten oder Einlenken gibt, ist es dennoch wichtig zu widersprechen und klar Position zu beziehen. Denn auf diese Weise gelangen Angreifende nicht zu dem Schluss, dass sie in der Mehrheit sind oder die öffentliche Meinung hinter sich hätten. Je mehr sich Personen mit menschenfeindlichen Haltungen unterstützt fühlen, umso rigoroser äußern sie ihre Haltung und lassen gegebenenfalls auch Taten folgen. Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass seit dem Aufstieg der rechten Partei „Die Alternative für Deutschland“ die Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte sprunghaft zugenommen haben.

Angreifenden gewaltfrei Grenzen setzen

Es gibt auch Hasskommentator*innen, die keine bestimmte inhaltliche Agenda verfolgen, sondern vor allem provozieren und damit Schaden und Verwirrung verbreiten. Dieses Verhalten wird auch als „trollen“ bezeichnet. Wer sich so verhält, möchte so viel (negative) Aufmerksamkeit wie möglich auf sich ziehen. Im Umgang mit diesen Situationen ist es oft am besten, die Provokationen nicht aufzugreifen, sondern unerwartete Reaktionen (paradoxe Interventionen) zu üben. Eine einfache Sonderform der paradoxen Intervention ist das aktive Ignorieren. Hierbei wird eine aktive Diskussion umso aktiver weitergeführt, je mehr destruktive Impulse dazukommen, ohne auf diese Impulse zu reagieren. Auch auf diese Weise kann eine Grenze signalisiert werden.