LOVE-Storm Grundlagen

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2.2 Angegriffene schützen und solidarisch intervenieren

Wenn Menschen im Netz angegriffen und entwertet werden, ist es unser Ziel die Wertschätzung und Menschenwürde derjenigen zu verteidigen. Dabei ist es nicht unbedingt nötig, dass wir inhaltliche Positionen der Angegriffenen vertreten.

Wenn es konkret angegriffene Personen gibt, geht es zunächst einmal darum diese zu unterstützen und praktische Solidarität zu zeigen. Dies kann verschiedene Formen annehmen, je nachdem um welche Situation es sich handelt. Dabei wollen wir die Angegriffenen darin stärken, sich selbst verteidigen zu können und sie nicht mit unserer Hilfe „überwältigen“. Nach der spontanen Stärkung und virtuellen Umarmung lohnt es nachzufragen, ob bisherige Reaktionen hilfreich waren und welche weitere Unterstützung gewünscht wird. So können die Angegriffenen Handlungsmacht über die Situation gewinnen und werden nicht in eine passive Opferposition gedrängt. Oftmals ist schon die gezeigte Solidarität in privaten Nachrichten eine Entlastung für angegriffene Personen.

 

Häufig gibt es bei Hass im Netz aber auch keine konkret angegriffene Person, sondern es werden abwertende Kommentare über eine Gruppe „in Abwesenheit“ abgegeben – zum Beispiel wenn abwertende Kommentare über Geflüchtete gemacht werden, ohne dass diese notwendigerweise (oder nur Einzelne) etwas davon mitbekommen. Dennoch bleibt der Hass nicht folgenlos, sondern wirkt sich längerfristig auch auf das analoge Leben der Angegriffenen als Gruppe aus. Auch in diesem Fall geht es uns darum, Respekt und Menschenwürde für die Angegriffenen einzufordern. Hierbei ist darauf zu achten, nicht die Gruppenzuschreibungen in umgedrehter Form fortzuschreiben, sondern verallgemeinernde Aussagen über Menschen abzulehnen. Stattdessen ist es hilfreich, über konkrete Menschen zu sprechen oder diese sogar in das Gespräch einzubeziehen.